Kochen mit Wildkräutern

Mit Kräutern koche ich sehr oft und gern. Thymian, Basilikum, Minze und Rosmarin müssen immer greifbar sein. Ohne die geht gar nichts in meiner Küche.

Als ich vor ein paar Wochen von einer lieben Bekannten zu ihrem Workshop „Kochen mit Wildkräutern“ eingeladen wurde, war ich augenblicklich Feuer und Flamme. Hörte sich einfach spannend an. Von der ein oder anderen Wildpflanze war mir die Genießbarkeit ja schon bekannt. Wer hat nicht schon als Kind mal Sauerampfer oder Gänseblümchen gegessen …

Trotzdem hätte ich im Leben nicht gedacht, mit welchen neuen Geschmackserlebnissen ich an diesem Abend nach Hause fahren würde: Hättet ihr geahnt, dass dieser „blöde“ Giersch, der einem den ganzen Garten zuwuchern kann, viel besser auf Eurem Teller als in der Grünabfalltonne landen sollte? Ich sags Euch … der ist geschmacklich echt ne Wucht! Total verrückt.

wildkräuterkochen-010 Aber ich fange mal „vorne“ an zu erzählen. Getroffen haben wir uns in einem schnuckeligen, kleinen Café in einem Ort hier ganz in der Nähe. Das Tolle an der Location war, dass zum Café ein riesiger Zier- und Nutzgarten gehörte, den wir nutzen durften. Und weil das Wetter ne wirkliche Wucht war, hatten wir dort die Möglichkeit, nicht nur alle Kräuter frisch zu ernten, sondern auch Draußen zu kochen.

Nach dem Motto „learning by doing“ sind wir dann zusammen mit Gabriele, der Kräuterpädagogin, losgezogen und haben unser Essen gesammelt. Zu jeder Pflanze gab es eine ausführliche Erläuterung und gekostet wurde natürlich auch. Zugegebenermaßen … nicht alles war so ganz mein Geschmack. Zumindest nicht so pur.

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Nach getaner Sammel-Arbeit ging es dann in unserer Freiluft-Küche ans Werk. Gefüllte Champignons, Kürbis mit Giersch (!) und Kräuter-Sauerrahm, ein Spitzwegerich-Süppchen und ein Wildfrüchte-Tiramisu standen auf der Speisenkarte. Und ganz ehrlich: ALLES war super-super lecker! Jedes Gericht eine Wucht für sich! Eines hat mich ganz besonders umgehauen … und deshab habe ich das Rezept dafür auch für Euch mitgebracht …

GIERSCH-KÜRBIS
mit Kräuter-Sauerrahm

wildkräuterkochen-038Zutaten
700 g Hokaido
2 Zwiebeln
2 Knoblauchzehen
2 Handvoll Giersch
2 EL Olivenöl
1-2 EL Gemüsebrühe
Pfeffer, Salz
1 Handvoll Sauerampfer
150 g saure Sahne
Paprika edelsüß

Zubereitung
Den Kürbis entkernen und in Spalten schneiden. Die Zwiebel und die Knoblauchzehen sehr fein hacken. Den Giersch waschen und grob hacken. Einen kleinen Teil der Zwiebeln könnt ihr für die Soße beiseite stellen. Den Rest zusammen mit dem Knobi in einer großen Pfanne  goldgelb anbraten. Dann die Kürbisspalten und den Giersch dazu geben und mit der Brühe ablöschen. Zugedeckt ca. 15-20 min dünsten, bis der Kürbis gar ist. In der Zeit könnt ihr die Soße zubereiten:

Den Sauerampfer in sehr feine Streifen schneiden und mit dem Rest der Zwiebeln in die saure Sahne einrühren. Mit Paprika, Salz und Pfeffer abschmecken.

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Der Tag war eine echt tolle Erfahrung. Auch wenn der Giersch sicher jetzt nicht wirklich Einzug in meine Küchen-Kräutersammlung halten wird, fand ichs faszinierend, wie klasse doch das ein oder andere Wiesenkraut so schmeckt. Hätte ich nie gedacht.

Und heute gehts schon wieder raus in die Natur zum Ernten. – Zumindest wenn das Wetter sich noch eines Besseren belehren lässt. In unserem Ort ist „Apfelsaftaktion“ und Groß und Klein ist unterwegs um Äpfel zu pflücken, aus denen wir dann in einem riesigen, antiken Entsafter den leckersten Apfelsaft ever pressen werden.

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Wünsche Euch allen ein tolles Wochenende!

Liebste Grüße!
Eure kleine Kräuter-Hexe … 🙂

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8 Kommentare

  1. Ganz toll!!!
    So einen Workshop besuchen werde ich auch mal machen…hört sich sehr interessant an!
    Und deine Bilder dazu sind ein Augenschmaus!!!
    Schönes Wochenende
    Melli

    • Dankeschön, liebe Melli! Ja, es war superinteressant. Total verrückt, was man beim Unkraut-rupfen so alles einfach wegwirft.
      Dir auch ein schönes Wochenende!!

  2. Total toll! Sowas würde ich auch super gerne mal machen! An den meisten heimischen Kräutern läuft man nämlich wahrscheinlich jeden Tag ahnungslos vorbei. Auf meiner Joggingstrecke laufe ich immer an einer alten Hecke mit Beeren und auch vielen Kräutern vorbei und frage mich immer was man davon eigentlich alles Essen kann. Hab ein tolles Wochenende!

    • Huhu, Jutta! Ja, das habe ich auch gedacht. Da stehen einige wirkliche Schätze am Wegesrand. Vollgestopft mit Mineralstoffen und Vitaminen. Was die Natur uns da auftischt ist schon wirklich faszinierend. Leider ist die Saison für vieles davon jetzt auch fast vorbei und ich hoffe, bis im Frühling hab ich nicht alles wieder vergessen. 🙂
      Dir auch ein tolles wochenende!

  3. Hm, sieht ja alles super aus, da bekommt man ja richtig hunger. Ich werde das auch bestimmt nachkochen. Die Natur gibt so viel, man muss sich nur die Mühe machen es kennenzulernen. Vielen Dank für die tolle Idee.

  4. Ich finde es genial zu wissen was so alles in unserer schönen Natur wächst, was man davon essen kann, und welches davon sogar sehr genießbar ist.

    Deine Fotos sind echt schön.

  5. Hallo,
    ich würde das Rezept gerne nachkochen, da momentan ja Kürbiszeit ist. Was kann ich denn anstatt dem Giersch und den Sauerampfern nehmen?

    Gruß

Ich freue mich über Deinen Kommentar

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